Evangelische Epiphanien­gemeinde Berlin-Charlottenburg

Einführungsgottesdienst von Pfarrer Alexander Tschernig am 31. Mai 2009

Alexander Tschernig stellt sich vor

Liebe Gemeinde,

nachdem ich bereits Gelegenheit hatte, einige von Ihnen näher kennen zu lernen, möchte ich mich nun gerne Ihnen allen hier als Ihr zukünftiger zweiter Pfarrer vorstellen.

Hineingeboren wurde ich, David Alexander Tschernig, vor 40 Jahren in die Herrnhuter Brüdergemeinde (das sind die mit den Losungen) in Berlin Neukölln. In Neukölln verbrachte ich nicht nur den größten Teil meines Lebens, sondern bin auch seit sechs Jahren zusammen mit meiner Frau dort wieder zu Hause. Was unsere Hobbies angeht: wir lieben gemeinsames Kochen und Essen, wir hören gerne Musik und lieben es zu verreisen - vornehmlich ans Meer - und auch die Lektüre guter Krimis bereitet uns Freude.

Alexander Tschernig mit seiner Frau Ann-Katrin Meyerhoff

Mein beruflicher Werdegang ins Pfarramt war alles andere als gerade und ist so vielleicht auch typisch für unsere Zeit. Studiert habe ich an der Kirchlichen Hochschule Berlin und später an der Humboldt Universität zu Berlin. Nach einem ausgiebigen Studium der evangelischen Theologie, die meine erste große Liebe war und geblieben ist, arbeitete ich zunächst als mobile Altenpflegekraft bei der Diakoniestation Neukölln und später ein halbes Jahr im Öffentlichkeitsreferat bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, wo neben anderem die Vorbereitung und Durchführung des Kirchentagsauftrittes zu meinen Aufgaben gehörte. Dort lernte ich auch meine wunderbare Frau, Ann-Katrin Meyerhoff, eine Diplom-Pädagogin, kennen, die aus dem rheinländischen Oberhausen stammt und zur Zeit über das christlich-jüdische Verhältnis im Reformationszeitalter promoviert. So zog auch ich ins Rheinland und arbeitete dort zunächst als Justizangestellter für die Staatsanwaltschaften von Bonn und Essen. Als wir dann in Köln unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen, war ich vorübergehend als Briefsortierer in der Nachtschicht beschäftigt. Dort erfuhr ich, dass unsere Landeskirche wieder Vikare suchte. Meine Frau und ich zogen nach Neukölln und ich arbeitete als Vikar zweieinhalb Jahre lang in Königs Wusterhausen, während wir im Predigerseminar in Braunschweig unsere vorzügliche theoretische Begleitung erhielten. So lernte ich einerseits Traditionen und Menschen, die als Christinnen und Christen die DDR erlebt haben als auch die Vorzüge einer der kleineren Landeskirchen kennen.

In den letzten zwei Jahren war ich in der Kirchengemeinde Schlachtensee tätig, wo mein Schwerpunkt eindeutig im Bereich der Jugendarbeit gelegen hat. Aber dieser Werdegang war auch immer wieder durchlöchert von unfreiwilligen Pausen. Was Arbeitslosigkeit und neue Armut bedeuten, wissen wir beide leider aus eigener Erfahrung. Es scheint mir darin eine wichtige Aufgabe für uns als Christinnen und Christen zu liegen, dass wir uns diesen Problemen als Herausforderung stellen. Soweit ich das sehen kann gibt es in unserem Land die Tendenz, zu vergessen, dass Gott weder Sache, Zahl noch Statistik - und wäre es die schönste Wachstumsstatistik! - geworden ist, sondern ein Mensch, einer von uns, und ein tödlich ausgegrenzter noch dazu. Dieser Mensch hat einen Namen: Jesus Christus. In seiner Nachfolge und an ihm als Person sehe ich den Maßstab von allem was wir denken und tun. So freue ich mich auf ein gemeinsames Lernen von Ihm im Konfirmandenunterricht, in der Montagsrunde, in Gesprächskreisen, in den Chören, allen sonstigen Gruppen und natürlich in den Gottesdiensten!

Wir freuen uns sehr auf die Zeit bei und mit Ihnen, auf Begegnungen, Feiern und Feste, auf Ihre Gesichter, gemeinsame Gottesdienste, Reisen und Ausflüge, gute Ideen und einen zukunftsfähigen Weg für die Gemeinde. Mit vielen zupackenden Händen, langfristiger Planung, Zuverlässigkeit und auch einer gehörigen Portion Humor haben wir nach meiner Meinung alle Chancen, die vor uns liegenden Aufgaben gemeinsam zu meistern.

Ich freue mich sehr auf eine gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Wolfgang Bings und dem Gemeindekirchenrat, mit Anja Simon und den Chören, auf viele gute Begegnungen und Gespräche mit Ihnen und auf den gemeinsamen Weg, den wir in den folgenden zehn Jahren miteinander gehen werden!

Ihr Pfarrer Alexander Tschernig

Letzte Aktualisierung: 25.02.2010